Well, time flies, when you're gounded. Time to catch up - let's use our little wings. So first and foremost we're happy to let you know that our star author on the 'One Two Three Fun Club Initiative', Robin Pineda Gould, has become a youtube sensation while we were busy staying silent. Secondly, you should definitely check out and follow his channel: it's delicious! Thirdly, there are too many written words as it is, so stop reading and start watchting!
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Saturday, June 20, 2020
Reading with Robin
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Wednesday, April 28, 2010
FRITZ MÜLLER - KAPITEL DREI
Oh wie versonnen strahlte das weißblonde Antlitz hoch im Zenit, fast schien es als trüge die schwitzende Wintersonne das Frühlingsherz nur aus Liebe mit einem koketten Scheinorgasmus. Fritz hing bleich verzerrt über dem knapp dreijährigen und entsprechend staksigen Rennrappen Salvador IV, der kaum im Schritt zu halten war und den schmerzenden Arm unbarmherzig durcheinander tänzelte. Mit der starken Rechten parierte er immer wieder den frechen Dunkelfuchs Gaylord II, der sich mit der Rolle des Handpferds nicht zufrieden geben wollte und jede Gelegenheit nutzte, an Salvador IV. vorbeizuziehen oder ihm zumindest kernig in den Po zu beißen, was der schwarze Rennhengst mit heftigen Tritten quittierte. Beide waren sie der Gefahr nicht gewahr, in die sie den ganzen Tross durch ihre homoerotischen Rangeleien brachten. Unter Bergen an wertvollem Material trug Gaylord II. auch jenen kleinen Toshiba Nuklearreaktor mit sich, der den Verfolgern als Ladestation für Gameboy und Ghettoblaster gedient hatte. Da Fritz schweren Herzens hatte einsehen müssen, dass eine Jagd auf Tom Thompson unter gegebenen Umständen einem militärischen Fiasko gleichkam, hatte er zunächst erwogen, das zurückgelassene Material radioaktiv zu verseuchen, damit es nicht wieder in Toms Hände falle respektive nur in Hände, die ihre Funktionstüchtigkeit alsbald verlieren würden. Fritz hatte rasch sein Blackberry-Telefon aufgeladen und dann seinen Freunden auf Facebook mitgeteilt, dass er in der Nähe von Kassel von der Fahrbahn abgekommen sei und dabei seinen linken Arm verletzt habe, es ginge ihm aber den Umständen entsprechend gut. Selbstredend konnte er dem Feind keine exakten Angaben über seinen derzeitigen Aufenthaltort in die Hände spielen, es war ihm aber doch wichtig, einem gewissen Personenkreis zumindest sinngemäße Aufklärung ob seiner momentanen Befindlichkeit zu verschaffen. Hernach hatte er sich dann am Nuklearreaktor zu schaffen gemacht, als ihm mit einem Male bewusst wurde, was er da eigentlich tat.
„Wenn ich den Krieg alle Mittel heiligen lasse“, dachte er bei sich, „dann bin ich ja keinen Deut’ besser als der Feind, verliere mithin mein Recht zum Widerstand, nein, nein, nein, die Politik der verseuchten Erde soll nicht zu meinem Credo werden - Grundgütiger, wo dachte ich nur hin!“ Auch kam ihm der Wert eines Toshiba Reaktors wieder in den Sinn, auf dem Schwarzmarkt ließ sich doch die ein oder andere DM damit verdienen. Seit seine Konten eingefroren waren, war es um seine Finanzen schlecht bestellt, was die Flucht ungemein erschwerte. Wenn er in seiner Kindheit von seinem Lieblingsbrettspiel Scotland Yard, das zwischenzeitlich auch als Mister X auf dem Markt war, eines gelernt hatte, dann sicher dieses: der ideale Zeitpunkt, eine längere Fahrt zu unternehmen, war nahe, womöglich konnte er das Land für immer ins Nirgendwo verlassen. Fritz hatte den Reaktor also wieder entschärft und möglichst sicher auf Gaylords Rücken verstaut. Danach versah er die Kuppe, die ihm Grab und Heimat geworden war, mit Tretminen und schrieb mit Edding auf den herzigen Felsen. „Hier verstarb mein treuer Freund Luigi. Ich habe seinen Tod gerächt und zwei Feinde nah seiner Todesstätte zerstört. Ein dritter wird kommen und büßen, damit er Luigi im Jenseits den Stall miste. Fritz Müller, November 2043.“ Doch von alledem wusste Fritz Müller nichts mehr wie er vernebelten Sinnes, fast benommen vom schweren Blutverlust, tief über Salvador IV. gebeugt, durch die malerische Winterlandschaft stolperte. Und wäre da nicht jener kleine tierische Engel gewesen, der Fritz nun schon seit geraumer Zeit in sicherem Abstand folgte, hätten die beiden Rennhengste ihn wohl irgendwo von sich geworfen und im Schnee verkommen lassen. Der jüngste der Windhunde, Bertram, hatte Fritz lieb gewonnen und ihm verziehen, dass er seinem großen Bruder Bello das Genick gebrochen hatte. Vielleicht war er der einzige der Hunde, der die Trauer in Fritzens Gesicht bemerkt hatte, denn Fritz liebte Tiere und hatte nur aus Notwehr gehandelt. Bertram hatte sich also von seiner Familie losgesagt und war Fritz gefolgt und als er nun bemerkte, dass dieser nicht mehr Herr seiner Sinne war, sprang er in die Bresche und trieb die Pferde wie ein Hirtenhund durch den Schnee.
Und in einem letzten lichten Moment sah Fritz Müller mit einem Mal eine kleine, anachronistisches Siedlung vor sich im Tal, dicht um die spitzgetürmte Dorfkirche standen putzige Fachwerkhäuschen, alles war in eine unendlich friedliche Schönheit getaucht, „eine Fata Morgana,“ murmelte der Verwundete kraftlos. Und als der Tross den Dorfbrunnen erreicht hatte, fiel Fritz leblos aus dem Sattel und stieß sich den Kopf am harten Stein, denn der Schnee war geschippt und Steusalz glitzerte um die Häuser wie liebliche Perlen. Vor dem Ohnmächtigen stand alsbald ein äußerst attraktives Fräulein mit kleinen dunkelblonden Rattenschwänzchen und einem sommerlich leichten Liberty Kleidchen. Ihr Elternhaus war wohl beheizt und so war sie nur rasch in ihre Snow Boots geschlüpft und auf die Straße gesprungen als sie den wackeren Recken durch das Küchenfenster aus dem Sattel fallen sah. Rasch rief sie ihre Brüder Heinz und Georg zur Hilfe, die den Riesen mit vereinten Kräften in die Stube trugen. Erst Stunden später kam Fritz wieder zu sich als er sich gerade an einer Fleischbrühe verschluckte, die ihm die Dorfschönheit einzuflößen versuchte. Sie trug noch immer das leichte Kleidchen, das ihre Vorzüge fein unterstrich, und sie lächelte so herzzereißend einnehmend, als sie Fritz zum ersten Mal in die halb geöffneten Augen blickte. „Ich bin Beate,“ sagte sie, „und ich vermag kaum zu erwarten, ihren Namen zu vernehmen, Fremdling, jedoch sollten sie sich schonen und mir zu späterer Stunde Rede und Antwort stehen.“ Fritz Müller nickte dankbar und lächelte beseelt. Als sich Beate abwandte, um auf einem kleinen Tischchen einen neuen Quarkwickel zuzubereiten, sah Fritz aus dem Augenwinkel, dass sie kein Höschen trug, was ihm sofort eine gewaltige Erektion verpasste, die er kaum zu verbergen vermochte. Er zog die Bettdecke zu einem kleinen Gebirge über seinem Geschlecht zusammen, was seine Beine freilegte. Als Beate sich wieder zu ihm wandte und das schöne Gebein bemerkte, errötete sie und sagte dann wie zur Ablenkung: „Sie haben kräftige Beine, Fremdling, wenn sie rasch genesen, können sie am Sonntag nach der Messe vielleicht an unserer alljährlichen Sexy Legs Competition teilnehmen, der Gewinner darf mich zum Tanz ausführen.“ Beate errötete nun noch stärker, schüttelt unschuldig den Kopf und sagte: „Aber wo denke ich denn hin, sie haben sicher eine Geliebte, die auf sie wartet, und wollen vielleicht gar nicht mit mir tanzen.“
„Wenn ich den Krieg alle Mittel heiligen lasse“, dachte er bei sich, „dann bin ich ja keinen Deut’ besser als der Feind, verliere mithin mein Recht zum Widerstand, nein, nein, nein, die Politik der verseuchten Erde soll nicht zu meinem Credo werden - Grundgütiger, wo dachte ich nur hin!“ Auch kam ihm der Wert eines Toshiba Reaktors wieder in den Sinn, auf dem Schwarzmarkt ließ sich doch die ein oder andere DM damit verdienen. Seit seine Konten eingefroren waren, war es um seine Finanzen schlecht bestellt, was die Flucht ungemein erschwerte. Wenn er in seiner Kindheit von seinem Lieblingsbrettspiel Scotland Yard, das zwischenzeitlich auch als Mister X auf dem Markt war, eines gelernt hatte, dann sicher dieses: der ideale Zeitpunkt, eine längere Fahrt zu unternehmen, war nahe, womöglich konnte er das Land für immer ins Nirgendwo verlassen. Fritz hatte den Reaktor also wieder entschärft und möglichst sicher auf Gaylords Rücken verstaut. Danach versah er die Kuppe, die ihm Grab und Heimat geworden war, mit Tretminen und schrieb mit Edding auf den herzigen Felsen. „Hier verstarb mein treuer Freund Luigi. Ich habe seinen Tod gerächt und zwei Feinde nah seiner Todesstätte zerstört. Ein dritter wird kommen und büßen, damit er Luigi im Jenseits den Stall miste. Fritz Müller, November 2043.“ Doch von alledem wusste Fritz Müller nichts mehr wie er vernebelten Sinnes, fast benommen vom schweren Blutverlust, tief über Salvador IV. gebeugt, durch die malerische Winterlandschaft stolperte. Und wäre da nicht jener kleine tierische Engel gewesen, der Fritz nun schon seit geraumer Zeit in sicherem Abstand folgte, hätten die beiden Rennhengste ihn wohl irgendwo von sich geworfen und im Schnee verkommen lassen. Der jüngste der Windhunde, Bertram, hatte Fritz lieb gewonnen und ihm verziehen, dass er seinem großen Bruder Bello das Genick gebrochen hatte. Vielleicht war er der einzige der Hunde, der die Trauer in Fritzens Gesicht bemerkt hatte, denn Fritz liebte Tiere und hatte nur aus Notwehr gehandelt. Bertram hatte sich also von seiner Familie losgesagt und war Fritz gefolgt und als er nun bemerkte, dass dieser nicht mehr Herr seiner Sinne war, sprang er in die Bresche und trieb die Pferde wie ein Hirtenhund durch den Schnee.
Und in einem letzten lichten Moment sah Fritz Müller mit einem Mal eine kleine, anachronistisches Siedlung vor sich im Tal, dicht um die spitzgetürmte Dorfkirche standen putzige Fachwerkhäuschen, alles war in eine unendlich friedliche Schönheit getaucht, „eine Fata Morgana,“ murmelte der Verwundete kraftlos. Und als der Tross den Dorfbrunnen erreicht hatte, fiel Fritz leblos aus dem Sattel und stieß sich den Kopf am harten Stein, denn der Schnee war geschippt und Steusalz glitzerte um die Häuser wie liebliche Perlen. Vor dem Ohnmächtigen stand alsbald ein äußerst attraktives Fräulein mit kleinen dunkelblonden Rattenschwänzchen und einem sommerlich leichten Liberty Kleidchen. Ihr Elternhaus war wohl beheizt und so war sie nur rasch in ihre Snow Boots geschlüpft und auf die Straße gesprungen als sie den wackeren Recken durch das Küchenfenster aus dem Sattel fallen sah. Rasch rief sie ihre Brüder Heinz und Georg zur Hilfe, die den Riesen mit vereinten Kräften in die Stube trugen. Erst Stunden später kam Fritz wieder zu sich als er sich gerade an einer Fleischbrühe verschluckte, die ihm die Dorfschönheit einzuflößen versuchte. Sie trug noch immer das leichte Kleidchen, das ihre Vorzüge fein unterstrich, und sie lächelte so herzzereißend einnehmend, als sie Fritz zum ersten Mal in die halb geöffneten Augen blickte. „Ich bin Beate,“ sagte sie, „und ich vermag kaum zu erwarten, ihren Namen zu vernehmen, Fremdling, jedoch sollten sie sich schonen und mir zu späterer Stunde Rede und Antwort stehen.“ Fritz Müller nickte dankbar und lächelte beseelt. Als sich Beate abwandte, um auf einem kleinen Tischchen einen neuen Quarkwickel zuzubereiten, sah Fritz aus dem Augenwinkel, dass sie kein Höschen trug, was ihm sofort eine gewaltige Erektion verpasste, die er kaum zu verbergen vermochte. Er zog die Bettdecke zu einem kleinen Gebirge über seinem Geschlecht zusammen, was seine Beine freilegte. Als Beate sich wieder zu ihm wandte und das schöne Gebein bemerkte, errötete sie und sagte dann wie zur Ablenkung: „Sie haben kräftige Beine, Fremdling, wenn sie rasch genesen, können sie am Sonntag nach der Messe vielleicht an unserer alljährlichen Sexy Legs Competition teilnehmen, der Gewinner darf mich zum Tanz ausführen.“ Beate errötete nun noch stärker, schüttelt unschuldig den Kopf und sagte: „Aber wo denke ich denn hin, sie haben sicher eine Geliebte, die auf sie wartet, und wollen vielleicht gar nicht mit mir tanzen.“
Wednesday, April 21, 2010
FRITZ MÜLLER - KAPITEL ZWEI
Wie die Nacht noch in tiefen Wehen lag und Fritzens Träume grausam regierte, ertönten in der Ferne schon die heulenden Kehlen der Windhunde, die den texanischen Headhuntern als Vorhut dienten. Nicht lange konnte es dauern bis die Feinde das kläglich geschützte Nachtlager finden und sich mit ihren Peitschen über Fritzens adonischen Körper hermachen würden. Luigi war auf einer nur strähnig bewaldeten Kuppe kollabiert und am Fuße eines großen herzförmigen Felsbrockens eingegangen. Die Stelle war von weitem sichtbar und hätte sich nur dann als Nachtlager angeboten, wenn ein getarntes und geschultes Auge das Tal durch ein G22 Scharfschützengewehr observiert hätte. Fritz Müller jedoch war nicht nur allein und unzureichend bewaffnet, nein, er war sich des drohenden Unheils nicht einmal gewahr, denn noch immer schlief er den Schlaf der Seligen, im Innersten zwar geschändet und zerrissen von den Alben, die nicht nur auf den Brüsten thronen, doch auch auf wundersame Weise geborgen wie der kleine Hoffnungsschimmer in jedem aufgebeulten Mutterleib. Die Jäger hatten nicht nur den Vorteil der Überraschung, von dem schon Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz wusste, auf ihrer Seite, sie führten auch schweres Geschütz, Gasmasken, Gameboys und Nachtsichtgeräte mit sich und waren überdies kaum von Müdigkeit gezeichnet, da sie täglich neben großen Mengen an Antidepressiva auch gewaltige Portionen an Methylphenidat und Modafinil verspeisten, leckere kleine Nachthupferl, die ihnen die Clean War Corporation gegen ADHS verschrieb.
Doch als sei in den weiten Himmeln über uns in der Tat eine schützende Mutter zu Hause, die uns in kalten Zeiten in verstreuten Leibern wärmt und bettet und allzeit stark über uns wacht, begann im letzten Augenblicke der Schnee in weichen großen Flocken aus den Wolken zu fallen, die wie Illusionen aufgezogen waren. Und alsbald hatte sich ein weißer Teppich über den Lagerplatz gezogen, der alle Spuren, Fritzens Hab und Gut, ja selbst Luigi im Nirgendwo verbargen. Nur zwischen dem gewaltigen Herzgestein und Fritz Müllers Wolfskin Wanderrucksack, der zwischen die leblosen Hinterbeine Luigis gepfercht war und bis hinab in die Höhle reichte, hatte sich ein kleiner Schacht erhalten, der nur spärlich von luftigen und immer wieder verwehenden Flocken bedeckt war, so dass ausreichend Sauerstoff in die Tiefen drang. Und als Joe Brown, William Miller und Tom Thompson im Morgengrauen die Kuppe erklommen, in welcher unser Schläfer lebendig begraben lag, erkannten sie ihn nicht. Zwar schnupperten und kläfften die Windhunde auffällig, doch stand ihr Geruchsinn in nur geringem Ansehen, im Grunde hatte man sie nur mitgenommen, weil sie schnell und teuer waren. Und als die drei dann mit Hilfe von irakischem Öl und einem Flammenwerfer, ein regelrechtes Fegefeuer in Gang gebracht hatten und sich in der Giftwolke über dem zügelnden Brandherd leckere Big Mäcs und Double Cheeseburger zubereiteten, waren die fröstelnden Windhunde ohnehin mit anderen Dingen beschäftigt.
Mit einem lauten „Argh“ und einem keuchenden Luftzug kam Fritz Müller zu Sinnen, den ein alter Klassiker von Linkin Park aus dem Schlaf gerissen hatte. Glücklicherweise hatte der Ghettoblaster, den die Headhunter mit einem kleinen Nuklearreaktor betrieben, genügend Saft, um Fritz Panikattacke akustisch zu ertränken, so dass er weiter unbemerkt blieb und Zeit fand, seine tickenden Gedanken in Marschtakt zu bringen. Da er außer seinem Bowiemesser keine Waffen mit sich führte, begann er aus Ermangelung besserer Einfälle alsbald damit Luigis Rippen abzufleichen und anzuspitzen. Sein Arsenal an Stich- und Wurfwaffen wuchs rasch an. Als die duftenden Burger durchgebraten waren, flaute die Musik langsam ab und ging in ein gemurmeltes Dankgebet über, Fritz verhielt sich nun ruhiger. Dann hörte er sie schmatzen und reden, „yo“, sagte Tom Thompson, „don’t you worry, Joe, we’ll get that German motherfucker and we’ll whip him, whip him hard.“ “Oh yeah”, ergänzte William Miller, “and then we’ll go to Amsterdam and smoke some pot, man.” Joe lachte fröhlich und sagte: “Sounds great, bro’, and then we fuck a few of them German bitches there in Amsterdam, I hear they like it rough.” Fritz machte dieses chauvinistische Gerede sehr ärgerlich, “unsere Frauen ficken wir selbst”, sagte er leise, doch verbissen zu sich selbst. Und wie so oft kam mit der Wut die Muse und mit der Muse das militärische Genie in Fritz zum Durchbruch. Vorsichtig brach er sich ein Stück von Luigis Oberschenkelknochen aus dem Gebein, was leichter ging als erwartet, da Luigi schon seit Jahren an Osteoporose litt. In aller Seelenruhe schabte er das Knochenmark aus der Mitte, nur ein kleines fieses Kratzen war zu hören, das in der Vorfreude der Special Ops auf Threesomes, Doggie Style Fucksessions mit aufgestelltem Bein und Cumshots ins weibliche Auge unterging. Wenn sich Fritz Müller auf eines verlassen konnte, dann war dies sein langer starker Atem. Immerhin hatte er sich seit Kindertagen nicht nur exzessiv mit Kampfkunst, sondern auch mit dem Trompetespiel befasst, ein schönes Hobby, das sich besonders in Kriegszeiten auszahlt.
Fritz Müller hatte sich Zentimeter um Zentimeter an die Oberfläche gegraben und lag nun halb Schneemann, halb Sniper zwischen Rucksack und Gestein. Ganz von Schnee bedeckt, war er kaum zu sehen, auch sein mit geschliffenen Knorpeln bestückter Blasknochen hob sich farblich kaum ab. Ein aufmerksamer Beobachter hätte wohl die aufregend grünen Augen des Blondschopfes erkennen können, der Feind war vom Gedanken an den Geschlechtsakt jedoch schon so wild geworden, dass sich die jungen Recken bereits gegenseitig an die Eier griffen, nur um sich dann wechselseitig als „fags“ zu beschimpfen. Als Tom Thompson irgendwann kichernd vor Joes Übergriffen floh und dann lange nicht wiederkehrte, vielleicht weil er irgendwo versteckt im Schnee onanierte, wusste Fritz, dass seine Zeit gekommen war. Als William sich gerade von Joe abgekehrt hatte, um in einem der Rucksäcke nach seinem Gameboy zu suchen, nahm Fritz maß, sog allen Atem in die Tiefen seiner jungen starken Lunge und blies dann mit einem mörderischen Orkan den Knorpel aus dem Knochenrohr. Das Projektil war nur für den Bruchteil einer Sekunde zu sehen, dann schlug es in Joes linke blasse Schläfe ein, der junge Rekrut sackte lautlos in sich zusammen als habe er sich zu einem spontanen Nickerchen entschlossen.
Fritz Müller war mit einem Satz auf den Beinen, doch anders als William hatte der Windhund Bello den Eindringling sofort bemerkt und setzte bereits zum tödlichen Sprung an die Kehle an. Den richtigen Augenblick abpassend, ergriff Fritz den Köter im Flug selbst an der Kehle und brach ihm mit einer einhändigen, wohl eingeübten Wing Tsun Technik das Genick. William, der das Knacken gehört hatte, fuhr auf der Stelle herum und griff nach seinem Armeerevolver, doch da war Fritz schon heran und schlug kurzerhand mit dem gerade verstorbenen Windhund auf den Feind ein, bis dieser selbst den Geist aufgab. Die übrigen Windhunde hatten sich knurrend, aber mit gesundem Respekt kreisförmig um Fritz versammelt, uneins ob sie attackieren oder Demut zeigen sollten. Genau in diesem Moment ertönte ein dumpfer Knall, die Hunde stoben auseinander, Fritz ging wuchtig zu Boden, Blut spritzte aus seinem Arm. Als ein weiterer Schuss erklang, der direkt neben ihm einschlug, robbte er hastig in Deckung, kauerte sich hinter die Rucksäcke des Feindes und sah Tom Thompson, der glücklicherweise nur mit einer kleinkalibrigen Pistole bewaffnet war, auf ihn zueilen. Fritz Müller blickte panisch um sich, sah dann den Lauf eines größeren Maschinengewehrs aus dem Gepäck ragen und zog es in einem letzten Kraftakt zu sich heran. Dann versammelte er Hass und Disziplin, brachte die Waffe in Anschlag und stieß die erste Salve gen Tom. Dieser war bereits nahe genug heran, um die sich anbahnende Gefahr zu erkennen und hatte sich rechtzeitig hinter schützendem Geröll verschanzt. Nur einen Augenblick später flüchtete er hakenschlagend und jede Deckung geschickt ausnutzend hinab ins Tal, aus dem er gekommen war. Zwar versuchte Fritz das schwere Maschinengewehr herumzuwuchten und feuerte auch noch einige Male auf Tom, doch erkannte er rasch, dass er sich zunächst um seine Verletzung kümmern musste. Als er die Wunde mit Whisky desinfiziert und sodann mit einer von Joes hoffentlich unbenutzten langen Feinrippunterhoden abgebunden hatte, ließ er sich erschöpft nieder und seufzte erleichtert: er hatte sich nur einen glatten Durchschuss zugezogen, der Knochen schien unbeschädigt. Dann griff er noch einmal in die Tasche, in der er auch den amerikanischen Whisky gefunden hatte, und zog ein Glas Kirschkonfitüre heraus, er trank die süße Suppe auf einen Zug.
Doch als sei in den weiten Himmeln über uns in der Tat eine schützende Mutter zu Hause, die uns in kalten Zeiten in verstreuten Leibern wärmt und bettet und allzeit stark über uns wacht, begann im letzten Augenblicke der Schnee in weichen großen Flocken aus den Wolken zu fallen, die wie Illusionen aufgezogen waren. Und alsbald hatte sich ein weißer Teppich über den Lagerplatz gezogen, der alle Spuren, Fritzens Hab und Gut, ja selbst Luigi im Nirgendwo verbargen. Nur zwischen dem gewaltigen Herzgestein und Fritz Müllers Wolfskin Wanderrucksack, der zwischen die leblosen Hinterbeine Luigis gepfercht war und bis hinab in die Höhle reichte, hatte sich ein kleiner Schacht erhalten, der nur spärlich von luftigen und immer wieder verwehenden Flocken bedeckt war, so dass ausreichend Sauerstoff in die Tiefen drang. Und als Joe Brown, William Miller und Tom Thompson im Morgengrauen die Kuppe erklommen, in welcher unser Schläfer lebendig begraben lag, erkannten sie ihn nicht. Zwar schnupperten und kläfften die Windhunde auffällig, doch stand ihr Geruchsinn in nur geringem Ansehen, im Grunde hatte man sie nur mitgenommen, weil sie schnell und teuer waren. Und als die drei dann mit Hilfe von irakischem Öl und einem Flammenwerfer, ein regelrechtes Fegefeuer in Gang gebracht hatten und sich in der Giftwolke über dem zügelnden Brandherd leckere Big Mäcs und Double Cheeseburger zubereiteten, waren die fröstelnden Windhunde ohnehin mit anderen Dingen beschäftigt.
Mit einem lauten „Argh“ und einem keuchenden Luftzug kam Fritz Müller zu Sinnen, den ein alter Klassiker von Linkin Park aus dem Schlaf gerissen hatte. Glücklicherweise hatte der Ghettoblaster, den die Headhunter mit einem kleinen Nuklearreaktor betrieben, genügend Saft, um Fritz Panikattacke akustisch zu ertränken, so dass er weiter unbemerkt blieb und Zeit fand, seine tickenden Gedanken in Marschtakt zu bringen. Da er außer seinem Bowiemesser keine Waffen mit sich führte, begann er aus Ermangelung besserer Einfälle alsbald damit Luigis Rippen abzufleichen und anzuspitzen. Sein Arsenal an Stich- und Wurfwaffen wuchs rasch an. Als die duftenden Burger durchgebraten waren, flaute die Musik langsam ab und ging in ein gemurmeltes Dankgebet über, Fritz verhielt sich nun ruhiger. Dann hörte er sie schmatzen und reden, „yo“, sagte Tom Thompson, „don’t you worry, Joe, we’ll get that German motherfucker and we’ll whip him, whip him hard.“ “Oh yeah”, ergänzte William Miller, “and then we’ll go to Amsterdam and smoke some pot, man.” Joe lachte fröhlich und sagte: “Sounds great, bro’, and then we fuck a few of them German bitches there in Amsterdam, I hear they like it rough.” Fritz machte dieses chauvinistische Gerede sehr ärgerlich, “unsere Frauen ficken wir selbst”, sagte er leise, doch verbissen zu sich selbst. Und wie so oft kam mit der Wut die Muse und mit der Muse das militärische Genie in Fritz zum Durchbruch. Vorsichtig brach er sich ein Stück von Luigis Oberschenkelknochen aus dem Gebein, was leichter ging als erwartet, da Luigi schon seit Jahren an Osteoporose litt. In aller Seelenruhe schabte er das Knochenmark aus der Mitte, nur ein kleines fieses Kratzen war zu hören, das in der Vorfreude der Special Ops auf Threesomes, Doggie Style Fucksessions mit aufgestelltem Bein und Cumshots ins weibliche Auge unterging. Wenn sich Fritz Müller auf eines verlassen konnte, dann war dies sein langer starker Atem. Immerhin hatte er sich seit Kindertagen nicht nur exzessiv mit Kampfkunst, sondern auch mit dem Trompetespiel befasst, ein schönes Hobby, das sich besonders in Kriegszeiten auszahlt.
Fritz Müller hatte sich Zentimeter um Zentimeter an die Oberfläche gegraben und lag nun halb Schneemann, halb Sniper zwischen Rucksack und Gestein. Ganz von Schnee bedeckt, war er kaum zu sehen, auch sein mit geschliffenen Knorpeln bestückter Blasknochen hob sich farblich kaum ab. Ein aufmerksamer Beobachter hätte wohl die aufregend grünen Augen des Blondschopfes erkennen können, der Feind war vom Gedanken an den Geschlechtsakt jedoch schon so wild geworden, dass sich die jungen Recken bereits gegenseitig an die Eier griffen, nur um sich dann wechselseitig als „fags“ zu beschimpfen. Als Tom Thompson irgendwann kichernd vor Joes Übergriffen floh und dann lange nicht wiederkehrte, vielleicht weil er irgendwo versteckt im Schnee onanierte, wusste Fritz, dass seine Zeit gekommen war. Als William sich gerade von Joe abgekehrt hatte, um in einem der Rucksäcke nach seinem Gameboy zu suchen, nahm Fritz maß, sog allen Atem in die Tiefen seiner jungen starken Lunge und blies dann mit einem mörderischen Orkan den Knorpel aus dem Knochenrohr. Das Projektil war nur für den Bruchteil einer Sekunde zu sehen, dann schlug es in Joes linke blasse Schläfe ein, der junge Rekrut sackte lautlos in sich zusammen als habe er sich zu einem spontanen Nickerchen entschlossen.
Fritz Müller war mit einem Satz auf den Beinen, doch anders als William hatte der Windhund Bello den Eindringling sofort bemerkt und setzte bereits zum tödlichen Sprung an die Kehle an. Den richtigen Augenblick abpassend, ergriff Fritz den Köter im Flug selbst an der Kehle und brach ihm mit einer einhändigen, wohl eingeübten Wing Tsun Technik das Genick. William, der das Knacken gehört hatte, fuhr auf der Stelle herum und griff nach seinem Armeerevolver, doch da war Fritz schon heran und schlug kurzerhand mit dem gerade verstorbenen Windhund auf den Feind ein, bis dieser selbst den Geist aufgab. Die übrigen Windhunde hatten sich knurrend, aber mit gesundem Respekt kreisförmig um Fritz versammelt, uneins ob sie attackieren oder Demut zeigen sollten. Genau in diesem Moment ertönte ein dumpfer Knall, die Hunde stoben auseinander, Fritz ging wuchtig zu Boden, Blut spritzte aus seinem Arm. Als ein weiterer Schuss erklang, der direkt neben ihm einschlug, robbte er hastig in Deckung, kauerte sich hinter die Rucksäcke des Feindes und sah Tom Thompson, der glücklicherweise nur mit einer kleinkalibrigen Pistole bewaffnet war, auf ihn zueilen. Fritz Müller blickte panisch um sich, sah dann den Lauf eines größeren Maschinengewehrs aus dem Gepäck ragen und zog es in einem letzten Kraftakt zu sich heran. Dann versammelte er Hass und Disziplin, brachte die Waffe in Anschlag und stieß die erste Salve gen Tom. Dieser war bereits nahe genug heran, um die sich anbahnende Gefahr zu erkennen und hatte sich rechtzeitig hinter schützendem Geröll verschanzt. Nur einen Augenblick später flüchtete er hakenschlagend und jede Deckung geschickt ausnutzend hinab ins Tal, aus dem er gekommen war. Zwar versuchte Fritz das schwere Maschinengewehr herumzuwuchten und feuerte auch noch einige Male auf Tom, doch erkannte er rasch, dass er sich zunächst um seine Verletzung kümmern musste. Als er die Wunde mit Whisky desinfiziert und sodann mit einer von Joes hoffentlich unbenutzten langen Feinrippunterhoden abgebunden hatte, ließ er sich erschöpft nieder und seufzte erleichtert: er hatte sich nur einen glatten Durchschuss zugezogen, der Knochen schien unbeschädigt. Dann griff er noch einmal in die Tasche, in der er auch den amerikanischen Whisky gefunden hatte, und zog ein Glas Kirschkonfitüre heraus, er trank die süße Suppe auf einen Zug.
Monday, April 19, 2010
FRITZ MÜLLER - KAPITEL EINS
Luigi, der weiße Esel, der Fritz Müller in den letzten Wochen nicht nur als geländetaugliches Transportmittel gedient hatte, sondern ihm auch zu einem treuen Weggefährten, Gesprächspartner und Freund geworden war, hatte dem harten Wintereinbruch nur dünnes Fell entgegenzusetzen. Als Fritz ihn aus dem Tierpark zu Chemnitz entwendet hatte, war der Herbst noch goldbraun und milde und von dem schweren Keuchhusten, der Luigi nun schon seit Jahren in der kalten Jahreshälfte quälte, noch keine Spur. Das stete Bergab und Bergauf durch das malerische Erzgebirge hatte die schwächelnde Konstitution des Tieres bald offenbart, die Vefolger dicht auf den Fersen lag es jedoch nicht in Fritzens Obliegen, den Freunde zu schonen. Immer wieder trieb er Luigis Tölt nahe an den Galopp heran, bat ihn noch einmal sein Bestes zu geben und ihm doch bitte die Haut vor den Feldjägern zu retten, die auf ihren Rennhengsten stets mit bedrohlicher Geschwindigkeit heranjagten. Da nun Fritz Müller mit seinen fast zwei Metern Stockmaß und den schweren prallen Muskeln, die sich sexy um die harten Knochen drängten, nicht gerade leicht zu tragen war, litt der kleine Esel große Qual. Und als dann zuletzt noch der Winter hereinbrach, Berg und Tal wie Blatt und Halm mit dichtem Schnee bezog und jedes Bächlein unsäglich hart verspiegelte, war Luigis Schicksal besiegelt. Und so brach er an diesem Sonnabend entkräftet in sich zusammen, röchelte noch einmal zum Abschied und verstarb dann im kaltblütigen Schnee. Fritz Müller weinte bitterlich.
Später in der Nacht holte ihn die Realität ein, der Hunger brannte in seinem Magen wie ein verkohltes Streichholz, das gleich zu Boden fallen wird, Fritz zog schmerzverzerrten Gesichts sein beidseitig geschliffenes Bowiemesser aus dem Schaft. Lange hatte er es vollbracht, selbst auf der Flucht noch vegan zu leben, doch nun da die nährreichen Wurzeln vom Reich der Kälte umfangen lagen, sah er sich dazu verdammt, Anstand und Ehre in den Krieg zu entlassen. „Mein Gott – du Biest“, schrie er in den kalten blanken Nachthimmel und schnitt sich dann einen saftigen Schinken aus Luigi heraus. Er grillte ihn über dem Feuer, bis sich der rohe Fleischlappen in eine knusprige Keule verwandelte. Nachdem er das Nachtmahl zu sich genommen hatte, erlosch die Glut wie von Geisterwind. Er zog aus, nach brennfähigem Holz zu suchen, doch wollte im dichten Schnee nicht fündig werden. Und als dann die Celsiusgrade immer tiefer purzelten und selbst sein Bundeswehrparka und das Scarpa Triolet Pro Bergsteigerschuhwerk ihn nicht mehr warm zu halten vermochte, entschloss er sich schweren Herzens dazu, Luigis Bauchdecke zu öffnen. Fritz schnürte sich den bunten Schal, den seine Mutter damals in Youborn für ihn gebatikt hatte, eng um die Nase und kroch dann in den viel zu kleinen Luigi-Schlafsack, der ihn in eine putzig embryonale Haltung zwängte. „Ein Bild für die Götter“, murmelte er angewidert. Dann dachte er voller Hass an seine US-amerikanischen Verfolger, die ihn zu solch bestialischen Schritten zwangen. Als es in den 30er Jahren des noch immer jungen Jahrtausends im Zuge des dritten Golfkriegs zum großen militärischen Outsourcing gekommen war, hätte er sich nie träumen lassen, dass er aufgrund seiner Facebook-Einträge einmal selbst ins Visier der Headhunter kommen könnte. Es war ihm damals gelinde gesagt scheißegal gewesen. Aber wer hätte auch vorhersehen können, dass ihn drei Cowboys aus Texas durchs Erzgebirge jagen würden, es erschien ihm noch immer an den Haaren herbeigezogen.
Obgleich er es in seinem Schlafsack gemütlich warm hatte, wollte ihn der Schlaf nicht zu sich rufen, es war als kreise der Sandmann in sicherem Abstand um die blutige Höhle, um sich den nötigen Kick für eine lange arbeitsame Nacht zu holen. Fritz begann Ziegen zu zählen, Schafe konnte er nicht leiden, aber auch das wollte nicht helfen. Er dachte ein wenig über die Liebe nach, allerdings deprimierte ihn die Heillosigkeit dieses Lebensentwurfs noch mehr als die Flucht. So kehrte er wie so oft in seinen Tagträumen in seine kleine Märklinwelt zurück und stellte sich vor, wie er gerade eine neue Märklin HO Tenderlokomotive für 109,99 € auf Ebay ersteigert hatte und nun fröhlich im Zimmer auf und ab sprang. Als diese Vorstellung die Heiterkeit verlor, weil er sich nicht einig werden konnte, wieviele Wagons die Lokomotive ziehen sollte und in welchen Farben diese zu schmücken seien, blieb nur noch Sex als Zuflucht. Wieder einmal konsultierte er seine erotische Lieblingserinnerung, die wie für die meisten anderen Menschen auch sein erstes Mal betraf. Er war gerade dreizehn Jahre alt, maß aber bereits 191 cm und war ein schönes muskulöses Mannsbild. Die schöne Nachbarstocher Linda Meier, eine natürliche Blondine mit allem drum und dran, hatte gerade seine Erektion entdeckt und kicherte etwas überdreht, als ihre Mutter den Raum betrat und die beiden Turteltäubchen beim Fummeln auf dem Kanapee erwischte. Hildegard Meier war eine sehr scharfe Mutter, die in Youborns führendem Fitnesscenter „Fit Not Fat“ Aerobic-Unterricht gab. Überhaupt sah sie genauso aus wie Jane Fonda in ihren besten Jahren. Als Hildegard Meier bemerkte, dass die beiden Jugendlichen der nötigen Erfahrung ermangelten, schlug sie vor, einmal selbst mit Fritz Sex zu machen, damit Linda ein Anschauungsbeispiel habe. Dies wurde dann auch derart vollzogen. Fritz lachte aus voller Brust wie Hildgard so auf seinem Penis auf- und abglitt, als er sich dann später auf Linda legte, versuchte er sich dies allerdings zu verkneifen, weil er sie lieb hatte und ihm daher alles ein bißchen peinlicher war. Wie er so an seinen ersten Threesome dachte, packte ihn die Leidenschaft und er begann seinen monströsen Penis zu onanieren. „Hier liege ich nun in Luigis Gedärmen und masturbiere“, dachte er, „die Welt ist schon echt crazy“.
Später in der Nacht holte ihn die Realität ein, der Hunger brannte in seinem Magen wie ein verkohltes Streichholz, das gleich zu Boden fallen wird, Fritz zog schmerzverzerrten Gesichts sein beidseitig geschliffenes Bowiemesser aus dem Schaft. Lange hatte er es vollbracht, selbst auf der Flucht noch vegan zu leben, doch nun da die nährreichen Wurzeln vom Reich der Kälte umfangen lagen, sah er sich dazu verdammt, Anstand und Ehre in den Krieg zu entlassen. „Mein Gott – du Biest“, schrie er in den kalten blanken Nachthimmel und schnitt sich dann einen saftigen Schinken aus Luigi heraus. Er grillte ihn über dem Feuer, bis sich der rohe Fleischlappen in eine knusprige Keule verwandelte. Nachdem er das Nachtmahl zu sich genommen hatte, erlosch die Glut wie von Geisterwind. Er zog aus, nach brennfähigem Holz zu suchen, doch wollte im dichten Schnee nicht fündig werden. Und als dann die Celsiusgrade immer tiefer purzelten und selbst sein Bundeswehrparka und das Scarpa Triolet Pro Bergsteigerschuhwerk ihn nicht mehr warm zu halten vermochte, entschloss er sich schweren Herzens dazu, Luigis Bauchdecke zu öffnen. Fritz schnürte sich den bunten Schal, den seine Mutter damals in Youborn für ihn gebatikt hatte, eng um die Nase und kroch dann in den viel zu kleinen Luigi-Schlafsack, der ihn in eine putzig embryonale Haltung zwängte. „Ein Bild für die Götter“, murmelte er angewidert. Dann dachte er voller Hass an seine US-amerikanischen Verfolger, die ihn zu solch bestialischen Schritten zwangen. Als es in den 30er Jahren des noch immer jungen Jahrtausends im Zuge des dritten Golfkriegs zum großen militärischen Outsourcing gekommen war, hätte er sich nie träumen lassen, dass er aufgrund seiner Facebook-Einträge einmal selbst ins Visier der Headhunter kommen könnte. Es war ihm damals gelinde gesagt scheißegal gewesen. Aber wer hätte auch vorhersehen können, dass ihn drei Cowboys aus Texas durchs Erzgebirge jagen würden, es erschien ihm noch immer an den Haaren herbeigezogen.
Obgleich er es in seinem Schlafsack gemütlich warm hatte, wollte ihn der Schlaf nicht zu sich rufen, es war als kreise der Sandmann in sicherem Abstand um die blutige Höhle, um sich den nötigen Kick für eine lange arbeitsame Nacht zu holen. Fritz begann Ziegen zu zählen, Schafe konnte er nicht leiden, aber auch das wollte nicht helfen. Er dachte ein wenig über die Liebe nach, allerdings deprimierte ihn die Heillosigkeit dieses Lebensentwurfs noch mehr als die Flucht. So kehrte er wie so oft in seinen Tagträumen in seine kleine Märklinwelt zurück und stellte sich vor, wie er gerade eine neue Märklin HO Tenderlokomotive für 109,99 € auf Ebay ersteigert hatte und nun fröhlich im Zimmer auf und ab sprang. Als diese Vorstellung die Heiterkeit verlor, weil er sich nicht einig werden konnte, wieviele Wagons die Lokomotive ziehen sollte und in welchen Farben diese zu schmücken seien, blieb nur noch Sex als Zuflucht. Wieder einmal konsultierte er seine erotische Lieblingserinnerung, die wie für die meisten anderen Menschen auch sein erstes Mal betraf. Er war gerade dreizehn Jahre alt, maß aber bereits 191 cm und war ein schönes muskulöses Mannsbild. Die schöne Nachbarstocher Linda Meier, eine natürliche Blondine mit allem drum und dran, hatte gerade seine Erektion entdeckt und kicherte etwas überdreht, als ihre Mutter den Raum betrat und die beiden Turteltäubchen beim Fummeln auf dem Kanapee erwischte. Hildegard Meier war eine sehr scharfe Mutter, die in Youborns führendem Fitnesscenter „Fit Not Fat“ Aerobic-Unterricht gab. Überhaupt sah sie genauso aus wie Jane Fonda in ihren besten Jahren. Als Hildegard Meier bemerkte, dass die beiden Jugendlichen der nötigen Erfahrung ermangelten, schlug sie vor, einmal selbst mit Fritz Sex zu machen, damit Linda ein Anschauungsbeispiel habe. Dies wurde dann auch derart vollzogen. Fritz lachte aus voller Brust wie Hildgard so auf seinem Penis auf- und abglitt, als er sich dann später auf Linda legte, versuchte er sich dies allerdings zu verkneifen, weil er sie lieb hatte und ihm daher alles ein bißchen peinlicher war. Wie er so an seinen ersten Threesome dachte, packte ihn die Leidenschaft und er begann seinen monströsen Penis zu onanieren. „Hier liege ich nun in Luigis Gedärmen und masturbiere“, dachte er, „die Welt ist schon echt crazy“.
Friday, April 16, 2010
VORWORT
Fritz Müller ist in Youborn geboren. Youborn, von den Einheimischen auch Youbi genannt, ist eine kleine heiße Stadt an der Sexküste. Fritz Müller ist der Held einer erfundenen Geschichte, die nach dem Vorwort losgeht. Das Besondere an der Geschichte ist, dass es sie noch gar nicht gibt, sie fällt nur beiläufig an, ähnlich wie Sex, Schulden oder Freundschaft. Ob es Fritz Müller wirklich gibt, lässt sich momentan weder bestätigen, noch ausschließen. Vertraut man Google und Wikipedia, gibt es ihn allein in der Bundesrepublik Deutschland gleich mehrmals, aber unser Dichterkollektiv hat kein Vertrauen, nur Erschütterung und Einsamkeit im Herzen. Selbst wenn es seine Eltern an Weihnachten besucht, sitzt es nie mit dem Rücken zum offenen Raum, geschweige denn zum Fenster. Um Missverständnisse auszuschließen, muss an dieser Stelle versichert werden, dass unserem Dichterkollektiv im weiteren nicht an einer Internetkritik gelegen ist. Fritz Müller selbst hat nicht einmal Internet, er ist auf der Flucht vor US-amerikanischen Feldjägern und kann von unterwegs nur gelegentlich seinen Facebook-Status aktualisieren. Hierfür benutzt er ein gestohlenes Blackberry-Telefon, mit dem er sich auch Musik anhören kann, am liebsten mag er Rockmusik und Elektro. Als Fritz Müller noch in der Pubertät war, hätte er sich nie vorstellen können, dass er auch einmal Sex haben darf. Man weiß ja aus Filmen, dass Frauen beim Sex gerne mal weinen, die Gründe dafür werden von den Lobbyisten der Frauen systematisch verschleiert. Es gibt verschiedene Theorien, manche sagen, die Tränen entsprängen der emotionalen Entgleisung rasch vorbeirauschender Lust, andere behaupten, es bereite ihnen extreme Schmerzen. Nun tut dies nichts zur Sache, allenfalls insofern als sich Fritz Müller fast als Allegorese des weiblichen Sexualschadens liest. Geradezu antithetisch lacht er meist hysterisch, wenn er Sex haben darf, vielleicht nur weil sein Penis etwas kitzlig ist. Es macht ihn sympathisch und als Figur markant und ein wirkliches Problem hat er damit auch nicht, man würde das wohl als einen milden Zwang mit geringem Leidensdruck bezeichnen.
Die meisten Geschichten haben ja den Nachteil, dass es sie gibt. Das Lesen wird dadurch äußerst riskant, schließlich weiß man nicht, ob einem zusagen wird, was auf der nächsten Seite steht. Deswegen sind wir sehr dankbar, dass uns der Fun Club Verlag die Möglichkeit verstattet, Fritz Müllers Geschichte langsam und beiläufig zu erzählen. Der Leserschaft bietet sich hierdurch die Möglichkeit, Wünsche anzumelden und unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Vielleicht soll ja ein Affe darin vorkommen, das finden die meisten Leute sehr lustig, wenn ja genügt ein kurzes „Affe“ im Kommentarfeld. Nun liegt unserem Dichterkollektiv viel daran, diese Interaktivität nicht als Konzept missverstanden zu wissen. Ein Konzept hat in der Regel ja (mindestens) einen Sinn oder es plustert sich zumindest sinnhaft auf, man kennt das ja von den visuellen Künsten, die ja doch häufig zum Rauskotzen verlogen sind. Diese Geschichte hingegen ist anspruchslos und lebensbejahend. Sie ist durchweg zweidimensional und zieht sich ähnlich wie die Bibel verärgert (in ein Kloster oder nach Afrika) zurück, wenn man mehr in sie hineinliest als in ihr steckt. Es setzt die Geschichte sehr unter Druck und ehe man sich versieht verliert sie ihre Erektion oder fällt nach einer lustlosen Ejaculatio praecox in einen banalen Schlaf, aus dem sie vielleicht nie wieder erwacht. Da nun Fritz Müllers Geschichte bis zum Rand mit Sex gespickt ist, ließe sich ein solcher Lustverlust nur als Desaster bezeichnen. Man sollte also freundlicherweise nicht weiter über die erfundenen Tatsachen nachdenken, allenfalls darob, was denn im nächsten Kapitel passieren soll. Es ist sehr erwünscht, eine Kennzeichnung für die Geschichte zu finden, unserem Dichterkollektiv schwebt „der eher ländliche Unterhaltungsroman“ vor. Damit sind die Weichen gestellt, eine Metapher, die ausnahmsweise einen schelmischen Hintersinn mit sich führt. Wie wir noch sehen werden, träumt Fritz Müller auf seiner Flucht häufig von einer Reihenhaushälfte mit geräumigem Keller, in dem er sein eigenes Märklinuniversum erschaffen hat. Die Anlage ist viel größer als die von Onkel Franz, die er noch aus seiner Kindheit in Youborn kennt, sie hat 100.000 € gekostet, man sollte es nicht denken, aber soviel kann man spielend leicht für eine Märklineisenbahnanlage ausgeben, Sammler wissen das. Aber lassen wir die Zukunft gerade sein. Eines vielleicht noch: Auch an der Liebe soll es nicht fehlen, Fritz Müller wird sich auf der Flucht heftig in die Kubanerin Beate Schuster verlieben, voraussichtlich mit tragisch-tränenreichem Ausgang.
Monday, February 15, 2010
Eight Things That Matter
REASONS TO READ FUN CLUB ________________________________________________________________
§1
We have reason to believe that superhero Baby Dee might answer a few of our questions. Don't forget to mark March 25th in your calendar - don't you miss Baby Dee's show at the Berghain!
§2
A review of Randy Twigg's masterpiece "Undone" is in the making.
§3
Our review of Houellebecq's and Lévy's "Volksfeinde" ("Ennemis publics") will be continued.
§4
We will soon introduce you to the winner(s) of this this year's 19,99 € Award.
§5
Our HUGE literature award/competition will launch in a few days.
TIME TO GO FUN CLUB ________________________________________________________________
§6
On February 28th we will present the winner(s) of this year's 19,99 € Award in a spectacular show at the HBC. We would like to take a minute and thank our co-operation partner Sunday Extraordinaire.
FRIENDS OF FUN CLUB ________________________________________________________________
§7
Please check out "lobby" at Kino Arsenal, a project by our jury member Martin Beck inter alia. Daily from 11 am to 10 pm or later - February 12th till February 21st.
§8
Please apply here for the air band contest at next week's Sunday Extraordinaire. Don't miss out on 200 €.
Labels:
19.99 € Award,
Berlin,
Competition,
Event,
Fine Art,
Literature,
Music
Sunday, February 7, 2010
Mysterious Saukerl - Alexander Knopf Präsentiert
Fun Club's exchange program with Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg continues. Talented young scholar Alexander Knopf agreed to join the jury of our upcoming Literature Award. On top of that he delivered a thoroughly fascinating and mysterious "review". For the first time ever in Fun Club history, we felt obliged to leave words untranslated.
After making a fortune as a real-estate agent, Alexander Knopf decided to squander his money as a backpacker. He traveled the world and picked up pretty much every language he came across. When he finally returned to Eastern Germany, the wall was already gone, so he went to Heidelberg and enrolled as a literature, history and ethnology student. He has been published in countless magazines, journals and newspapers and has a very particular skill set if it comes to editorial practices. Some of us might remember his magazine "federlesen", others have benefited from his contributions to the Hebel edition. These days he's working on a PhD on Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, also known as Novalis.
In the picture below you find Alexander Knopf in a weird position. It might be hard to believe that it's really him, yet this might prepare us for what's coming.
"IN DEN BÜCHERBERGEN, die nach 1989 von Ostberliner Antiquariaten unter dem Etikett „ideologisch kontaminiert“ verramscht wurden, findet sich noch heute, bei geduldigem Graben, manches brauchbare Druckerzeugnis. Aus dem Jahre 1955 etwa stammt das völlig vergessene und tatsächlich nirgendwo mehr auffindbare Büchlein „Der Stellvertreter“ [Заместитель], verfasst von Ivan Golz, der es auch vom Russischen ins Deutsche übertrug. (Fischer Verlag Jena) Golz, seinerseits persona incognita, gibt wenig Informationen preis. In Lemberg um das Jahr 1900 geboren, verlebt er eine nirgendwo bezeugte Jugend, bis sich ein Lebenszeichen erstmals in den zwanziger Jahren in Petersburg findet. Majakowski berichtet von einem Zusammenstoß mit dem „Saukerl [мерзавец] Golz aus Lemberg“, der sich nach einer Lesung seine Gedichte ausbat, um einen Hering darin einzuwickeln. Offenbar hatte sich Golz nach der Revolution nicht nur dem antibolschewistischen Widerstand angeschlossen, sondern auch für Futurismus nicht viel übrig. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass besagter Golz mit jenem identisch ist, der nach Auskunft von Sinowjews Tagebüchern das Dekameron so gut übersetzt hat, dass er, Sinowjew, es trotz Stalins Belletristikverbot (mit gleichzeitiger Empfehlung seiner eigenen parteipolitischen Schriften) nicht aus der Hand zu legen vermochte. Nach dem Kronstädter Aufstand, in den Golz – wir wissen nicht wie – verwickelt war, floh er nach Berlin. Dort verliert sich seine Spur rasch und unwiederbringlich. Nicht mit letzter Sicherheit steht fest, ob das Couplet mit dem Titel „An den traurigen G.“ des in den Berliner Cabaréts der späten Zwanziger nicht unbekannten Erich Kleinwiegel auf Golz anspielt:
Kau nich auf deinem Bleistift rum,
Der is doch nur von Holz
So wie dein Kopp, den trägste stumm
Tagaus, Tagein. Wat solls?
Mit deine Ohren hörste nich,
Schmierfinkenkomsomolz,
Dabei sing ich det nur für dich.
Undank ist… ach, wat solls! etc.
„Der Stellvertreter“, Golz’ einziges auf uns gekommenes Werk, ist ein Kammerspiel. Gumbrow, Insasse eines Irrenhauses, sieht sich gezwungen, seine Zelle fortan mit dem soeben eingelieferten Lemski zu teilen. Für Gumbrow eine Katastrophe, denn der Grund seines Aufenthalts im Irrenhaus ist der freiwillige Rückzug in die Psychose zum Zwecke eines ungestörten Bücherlebens. Ein „geschmackvoller Coup“ habe ihm, wie Gumbrow selbst sagt, dieses Privileg verschafft. Anlässlich eines Besuchs in Uppsala, bei dem er sich den Codex argenteus vorlegen ließ, begann er vor dem zur Salzsäule erstarrten Bibliothekar, Seite um Seite auszureißen und sich in den Hals zu stopfen, nicht ohne eine Silberintoxikation mittleren Grades zu verursachen. Es ist klar, dass ein Buchstabenmensch nur das Buch der Bücher verspeist. Aber hier geht es um mehr als gelehrte Allusion auf Johannes. Mit einem einzigen Akt der Gefräßigkeit zeigt Golz, was beiden, Religion und Literatur, von seiten der stalinistischen Kulturfunktionäre blüht: Das Verschwinden im Schlund der Revolution als Apokalypse selbst. Droht einer der Ärzte („Ingenieure der Seele“?) Verdacht zu schöpfen, verleibt sich Gumbrow ein weiteres Buch ein.
Die wechselnden Störungen, die Gumbrow durch die Emigration in den Wahnsinn ein für allemal auszuschalten gehofft hatte, stellen sich nun in persistenter Gestalt Lemskis ein. Lemski soll, so hatte ein Gericht geurteilt, gar nicht Lemski sein, sondern wahnhaft die Identität eines andern in Besitz genommen haben. Bis zum Schluss steht der Leser vor der Frage, ob Lemski das Opfer einer Verleumdung oder tatsächlich irre ist. In dem Gespräch, das einen Großteil des Buches einnimmt, schildert Lemski den Verlauf der Gerichtsverhandlung. Er sollte vor Jahren das Angebot eines Unternehmens angenommen und die Stelle des Inhabers besetzt haben. Dieser sei, so hatte ihm der seinerzeit verhandelnde Sekretär erklärt, „des Lebens wahrhaft müde“ und wolle „mit dieser Welt nichts mehr zu schaffen haben“. Lemski sollte keinem anderen Willen als dem eigenen unterliegen, sei aber verpflichtet gewesen, in allen Angelegenheiten des Unternehmensinhabers – sein Name ist natürlich Lemski – nicht nur als dessen Vertretung, sondern als dieser in persona zu erscheinen. Er sollte stets und überall auf seinem neuen Namen beharren, solange bis die Welt sich mit der Tatsache abgefunden hatte, erfahrungsgemäß rasch. Lemski, war der Sekretär fortgefahren, habe sich mit einer Sicherheit in seiner Rolle bewegt, dass der Tausch nicht nur im allgemeinen Bewusstsein, sondern auch in seinem eigenen bald in Vergessenheit geriet. Irgendwann habe er nicht mehr nur dienstliche, sondern auch gesellschaftliche und private Verpflichtungen wahrgenommen, bis sich selbst Madame Lemski in die neuen Verhältnisse fügte. Madame Lemski hatte die Aussage bestätigt. Sie hatte sich erst mit der Nachricht vom Hinscheiden ihres Mannes, das ihr eine gewaltige Hinterlassenschaft in Aussicht stellte, des seltsamen Abkommens wieder erinnert und sofort einen Prozess angestrengt.
Es ist klar, dass Lemski nicht nur einen Andern vertritt. Er vertritt die Andern, den „neuen Menschen“, die „toten Seelen“, die ihrerseits als von sich entfremdete Parteischablonen nur noch eine homogene Marschiermasse abgeben. Zugleich aber muss Lemski der Gegenentwurf zu dem Privatmenschen Gumbrow sein. Denn auf gewisse Weise reizt Gumbrow, jeden Nexus zur communitas kappend, beständig zur Frage: ‚Was gehen uns Privatidiosynkrasien an?‘ Die Ironie will es, dass Marx selbst die contemplatio verurteilt hat. Sie ist als unangemessene Reaktion abzulehnen. Freilich ist der Gegenentwurf nicht optimistisch. Es gibt keinen Optimismus in Golz’ einzigem Manifest. Das Irrenhaus ist der letzte Ort, an dem sich leben lässt, aber nur ein falsches Leben, denn es gibt kein richtiges im falschen etc. Dass Gumbrow letztlich nicht Gumbrow, sondern eben jener Unternehmensinhaber Lemski ist, zeigt nur, dass auch der Rückzug ins Papierleben durch Verlust des Selbst erkauft ist, während die Einsicht Lemskis, tatsächlich nicht Lemski zu sein, ihm den eigenen Abgrund offenbart und in den nun auch begründeten Wahnsinn stürzt. Zum Glück, kann man sagen, befindet er sich am rechten Ort."
Volksfeinde - Just A Book Review
I doubt the intelligentsia ever believed that "the internet" would destroy "the book", yet I grew up surrounded by such portentous prophecies (coming from screens). Perhaps it was just a mean grown-up joke that I wasn't supposed to get, a joke with "esprit". However, most prophecies become true in unforeseen ways. While the intelligentsia of the early 90s had pointed towards a war of media, it was all about the content they offer. The fact that most readers don't read anymore doesn't need much of an explanation. Why would anyone read a book when they can watch "The Wire" for 60 hours?
I personally did read quite some books in the past, but I also studied philosophy and literature plus I didn't have any internet connection for many years. When I finished school, I went to 1&1 and got myself hooked up, ever since then I haven't read anything but my own fragments, yet they shouldn't count as books: they don't have ISBN-numbers.
I personally did read quite some books in the past, but I also studied philosophy and literature plus I didn't have any internet connection for many years. When I finished school, I went to 1&1 and got myself hooked up, ever since then I haven't read anything but my own fragments, yet they shouldn't count as books: they don't have ISBN-numbers.
However, I decided to read again. And just to anticipate the "trace of honesty" that attracted myself to what I'm about to review, my decision was based on the following two reasons: 1. The Fun Club needs to publish book reviews to strenghten its position as party intellectuals' darling. 2. Since I don't collect vinyls, I should at least be a book nerd given that my technical skills are not very much advanced. There is nothing preposterous about neither 1 nor 2, everything that ever became (perhaps too) important to me, was forced upon myself by myself for "false" reasons.
I can be somewhat "extreme", so they say, and that might be why I picked two books at the same time, both of them written by men with whom I entertain strong love-hate relationships, none of them mutual of course. So I first chose the "Josephstetralogie", apart from "Königliche Hoheit" what's missing to close "das Buch Thomas Mann", how the fuck did I make it through all these pages, and then decided to read "Ennemies publics" on the side. As you might know, I'm Berlin based now and somewhat eager to improve my German language skills, so I picked the German translation "Volksfeinde" published at Dumont in summer 2009.
In "Volksfeinde" we find Bernhard-Henri Lévy and Michel Houellebecq exchanging letters - and how I love letters! Their self-proclaimed "Bekenntnisliteratur" initiates itself in terms of an understated confession: their correspondence is the result of an "idea" they had over dinner. It seems somewhat important to keep that in mind, although I'm not quite sure if anything should be derived from it. What I am sure of is that Michel Houellebecq, a man with whom I've been struggling with for almost ten years now, has to be approved. Point.
[to be continued]
Saturday, January 30, 2010
Fine tunes, damn hot coffee, psychosexual moods - Adolph Pineland
A few minutes ago FUN CLUB's mailbox almost exploded when Professor Pineland's hail of words finally met their target. Still suffering from the collateral damage the elaborate and intense piece has brought to the Fun Club Burö, we're unable to decide if we should call it an essay, a review, a novel, a manifesto, a provocation of all senses that are still doing their job, a revelation perhaps or once again just a symptom of insanity incorporated in a poem that just got out of hand - won't meet the first and only criteria for poetry: its shortness. However, we are thrilled to publish Professor Pineland's discoveries:
"I would like to present a damn fine song that marked an era and had great influence on many great musicians and groups, such as The Wolfgang Press, Nick Cave, Smoker Jesus, Lydia Lunch, The Knife, ad nauseam. But I must profit from this casual suggestion to tackle some more pressing issues, however uncomfortable they may be. I must start by means of an anecdote steering as clear as possible from dithyrambic wanderings to whatever extent possible, lest this collective journey be made unpleasant. I also want to signal how cool one very particular and unique German artist actually became.
It all happened as I woke up to an unusually chilly morning of -30, somewhat shaken from a caustic dream. I urinated in the pot and it felt good and the sound of the stream hitting the water reminded me of my youth and of the girl with the flaxen hair. After shaking off the last drops that seemed to rid me of my dream I thought of coffee and walked over to the stove. I reflected on my life as I walked by means of manly, heavy steps (although I felt lighter after having relieved myself):
It all happened as I woke up to an unusually chilly morning of -30, somewhat shaken from a caustic dream. I urinated in the pot and it felt good and the sound of the stream hitting the water reminded me of my youth and of the girl with the flaxen hair. After shaking off the last drops that seemed to rid me of my dream I thought of coffee and walked over to the stove. I reflected on my life as I walked by means of manly, heavy steps (although I felt lighter after having relieved myself):
"it is hard to be cutting edge for a long time, yet my blade had not yet rusted or become blunt, yet blunt was my stride."
A little maxim for us revolutionaries of indifference. The coffee was ready. I sipped my damn hot and fine coffee and walked outside. It was summer. Not. It was only summer in my head as I imagined warm furs engulfing me. Summer by furs. So it went on this morning of minus thirty in all its psychosexual glory and it was these very small bursts of thought that brought my dream back to prominent consciousness.
My dream: I had dreamt of a fighter plane that after showering the land with fire collided into a mountain of hamburger meat and bone. The pilot was propelled out of his metallic husk of death-making and lay mangled and battered at a great distance from the once killing machine, near the base of the mountain. This all occurred in an exotic land somewhere between Russia and Germany even though it was most likely all in my head. The pilot was naked yet covered in fat, and as a moderately oversized, furry bunny attempted to sodomize the unconscious soldier, his body (the pilot) burst into many little boys at the moment the bunny's paws spread the ass cheeks hoping to facilitate penetration. It became clear to me as I sipped my damn hot coffee that the man of my dream was non other than Joseph Beuys (for those of you who may have trouble following my lightning fast and ultra sharp wit: boys = Beuys. That was quite obvious a giveaway; such are the workings of the unconscious. But there are other motifs that helped my epiphany).
I realized that I was going to tread dangerous grounds but with my caffeine high and the cold low and the stiff virility of my dream I decided to march along this line of reasoning. Joseph Beuys was a cute little Nazi in the Luftwaffe until he smacked into the ground and was wrapped in fat and fur by a Tartar (to avoid confusion with the popular sauce or some shitty college teams (pre 21st century) that have nothing to do with this anecdote, I will switch to the preferred spelling: Tatar). The Tatars, especially those of the Crimean Khanate (were Beuys smacked into the ground) were known for their prowess in gardening and good looks. If in any doubt, take a look at Charlie Bronson, albeit a Lipka or Polish variation of the fine Tatar clan, which does not affect looks but gardening, which may explain the inconspicuousness of Charlie Bronson's gardening skills. Anyway, the Crimean Tatars were a kind people, yet somewhat naïve, but they also enjoyed engagement in greasy activities such as playing with grease and cheesemaking. In all good will they decided to save this badly mangled pilot and also launch his artistic career, thus killing two birds with one stone. Two things are shown by this incident. Not all Nazis were necessarily rotten to the core and were often complex human beings (albeit all guilty but they have Jesus to answer to for that), and secondly, how could a former killing machine become an art machine? Just as my damn hot coffee scalded my tongue, the shock of the crash and the grease incubation that followed knocked some sense into the fine Joseph Beuys and he left dropping bombs on people for exploding onto the art scene.
After this politically correct and academically sound assessment of this dream and its connections to life, I can move on to presenting the song I had in mind to begin with. Ronald Regan is a character all too often left out of musical adventures, and we have Mr. Beuys to thank for not omitting him from a marvelous song that has inspired and proved most influential to many musicians, and still stands as a landmark of fine music, singability and just plain old killer groovin'."
After this politically correct and academically sound assessment of this dream and its connections to life, I can move on to presenting the song I had in mind to begin with. Ronald Regan is a character all too often left out of musical adventures, and we have Mr. Beuys to thank for not omitting him from a marvelous song that has inspired and proved most influential to many musicians, and still stands as a landmark of fine music, singability and just plain old killer groovin'."
Wednesday, January 27, 2010
We Deny Everything But Good Art
It is about time to introduce our "creative tool" Peter Rings, also known as Peter Ringo. Right now he's sitting crossed-legged in the FUN CLUB studio working on a (hopefully) three-dimensional FUN CLUB logo. A few minutes ago he sent us the long expected 19,99 € Award slogan via text message: "We deny everything but good art - the 19,99 € Award." The brilliant slogan was followed by some rather unfriendly mumbling a bit later on the phone, I guess you all know how artists can be since you all consider yourself artists anyway, however, Ringo said that he didn't have the time to design the 19,99 € Award Logo/Flyer around the slogan, so we're now looking for another intern to do the job. Anyone? 1,2,3.
There's no reason to pronounce the first syllable of "weekend" since it in fact just ends. However, we're grateful for the chance to finally officially dislike something, the Fashion Week After Party at Warschauer Str. 34 was just insanely pale and all things considered dispensable. A bunch of dressed-up rowdies from the suburbs prancing around like they haven't been laid for too long and perhaps they played some music there, but I really don't remember. We feasted on the open bar till it closed, then we met friends and discussed The Mystery Method.
How beautiful in comparison was our Saturday afternoon at the Heroes. We really have to review this unobtrusive gem more thoroughly, since it just always allures us to stay happily ever longer than our tight schedule commands. Perhaps it's the cuisine, aah, one sweet taste parade, on Saturday we went for the "cake rumble", tomorrow we'll attend the Cantine du Jeudi for the first time, this week they offer Lasagna.
The beautiful lamp you see above is designed by French designer, artist and wood master Romain Houssais and to be found at the Heroes.
Oh, it is almost time for our late night photo shoot with Susan, so we have to tell you about the spectacular robot performance at the Sunday Extraordinaire another day.
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19.99 € Award,
Competition,
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Fashion,
Fine Art,
Literature,
Music,
Review
Tuesday, January 26, 2010
Trost Den Wartenden - Ein- & Ausblick & 12
History tells us that you don't have to shoot to get shot, however, we believe that you have to push hard to set certain things in motion. And indeed we see the broken machine rolling back on us, every day a bit faster, yet we don't fear a thing since we do believe in death to everyone.
1. Today I got critized for not writing enough. I first thought it was a very mean joke, but no, she seemed to mean it. And just to be clear on that matter, I will post a review on last weekend soon, I already wrote it inside of my head, which of course makes the effort of actual writing a bit pointless and boring.
2. Fun Club's expert on the history of ideas, philosophy and academic events just informed me that there is work in progress to be reviewed soon. I will keep you posted.
3. As it is raining 19,99 € Award jury members on our dry souls, if you allow me to be that "poetic", it seems more and more likely that the bombastic award ceremony we were pushing so hard is going down just as planned. I would like to thank everybody who sent a "Pro Fun Club" letter to Ms. Helluin.
4. A surprising letter was found in our still freshly painted mailbox. A person with a somewhat literary name sent us a poem. Suspicious as I am, I cannot help myself but assume that a friend of mine is trying to be nice, however, since the person asked me to stay anonymous; I cannot lay before you what seems to be a made-up name. Supposedly the artist in question wrote the poem the night she/he turned 12. The work is entitled "12", somewhat coherent I have to say, yet coherence has always played a bigger part in camouflage than in real life.
"It's time to condense
some water
inside your breath just fuck you
forever like the baby shampoo
he found in your indie magazine
that you ACCIDENTALLY forgot
at his place but if he is an invention or a less advanced lie
that grows hair in its nose
you would still be disgusted."
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Saturday, January 23, 2010
Skinless and Cruddy - A Review
How we were surprised and excited when ingenious bilingual Heidelbergian writer, translator, art critic and theorist Nina Dentata finally replied to one of our many letters. Our chief executive Tony Abstract had been courageous, yes fearless enough to ask her for contributions to FUN CLUB, he had even sent her a detailed list of books, comics and tunes that he would love to have reviewed. Most of the works he listed would still be unknown to him if it weren't for the profound knowledge and peculiar taste of Nina Dentata, well-established connoisseur of the anglophone underground. On top of his list were Diane DiMassa's adorable superhero comics (with a particular mention of the behated as well as beloved "skinless and genderless man") as well as Lynda Barry's fascinating novel "Cruddy". We were speechless when we saw that Nina Dentata had answered two of our prayers at the same time and say thank you kind...
"If one of my favorite fellas in the world, a guy called The Skinless and Genderless Man, were to name his least favorite book, it would be Cruddy by Lynda Barry. Mind you, Skinless isn’t the brightest star in the universe. He’s more of a lovable but very dumb brother. What he wouldn’t like at all is all the gender-bending going on in the novel. “What’s all this Clyde-business about?”, he’d ask, eyes wide open as always. Skinless lacks in various departments of anatomy, not just skin and sexual organs; his eyelids and sockets are also missing. I’m not even sure if he has an actual skull. He just has a head. He’d definitely like the shootin’ and the swearin’. Most of the shootin’ and swearin’ in the book comes from the Father. The Father’s the kind of guy who likes to lay down the law to little Clyde, who is also and actually (maybe) Roberta. Roberta Rohbeson makes a very cruddy effort of telling the very fucked-up tale of her life, maps detailing her cruddy journey through a cruddy existence - which of course ends in her suicide - and including awesome illustrations so as not to leave you in doubt about the very cruddiness of things. Skinless isn’t into painting too much unless it involves his skinless heterosexual girlfriend undressed and draped on a chaise longue much like Kate Winslet in “Titanic”. Therefore he might get downright pissed at the quality of the images in Cruddy. “That shit is ugly”, he’d be likely to comment and put the book down. (There’s no way of knowing why he may have picked it up in the first place.) Skinless isn’t one to dig any deeper than he absolutely has to into questions such as “But when the thing that is scaring you is already Jesus, who are you supposed to pray to?”. There are moments of melancholy beauty in Cruddy that Skinless would simply not be aware of, even if you slapped them in his lipless face. Skinless isn’t only skinless to slip racial categorizing, he’s bereft of sentiment (or put in a more obvious manner: nothing gets under his skin because he has none). One could assume that he might get the broader message conveyed in the novel, but, alas, in vain. The message is “Truth plus Magical Love equals Freedom” and the Skinless and Genderless Man is a bonehead who will never get it but he’s a cuddly guy nonetheless. And if YOU read Cruddy AND wrap your head or your heart around it, you’re IN."
Friday, January 22, 2010
Puppy Love - Weave At West Germany
Shortly after I had moved to Berlin, one of my musical mentors draged me to the Volksbühne for the first time in history, the band we saw was little beknown to me at the time. As you might have figured yourself or read in one of my biographies, it was not the last time I went to the Volksbühne, much less the last time I found myself bewitched by Animal Collective. By now they are canonized for good, one of the undisputable members of the pantheon, it even seems hard to believe that someone didn't know them once. No matter how disgustingly famous they became, no one ever seemed to consider any passion towards them shameful in any sense, an exceptional status only to be shared by demigods such as Nick Cave, a pair of sharp black leather shoes or German defense-dwarf Philipp Lahm. Now, I don't want to recommend you something you already know, even though I once told a major German literary critic that I just had discovered a promising young talent by the name of Goethe, a little anecdote that still amuses me. However, I wanted to put before you the night that finds you with no expectations, yet overwhelms you with what you've been missing, perhaps without even knowing. It usually never happens to me with concerts, probably because I barely attend them without high expectations.
On wednesday night I found myself at ever beloved West Germany, worn down and high-strung, in a difficult mood to say the least. Weave immediately struck me as beautiful, I in fact I liked their tiny little concert so much that I'm still too chicken-hearted to listen to their tunes again online. I will leave my childish crush with you, join or attack my Weave movement, but be aware that there are things in life much greater than your daydreams. Many thoughts there are that I developed during the concert, thoughts that have been haunting my little existence ever since then, but today I will spare you my violent and pathetic spear. Love is a weapon or a cross, will you handle it with care...
Monday, January 18, 2010
Meeting Jacques By Accident - Traffic Magazine
There I stood on the corner of Gormannstraße and some other street, wrapped in dirty white, just another animal stuffed in natural darm, trying to look like a venturous, yet unpretentious snowmonster. I would die to say that I was wondering how I got here, since it reads like the beginning of a book that would sell pretty well, but I remembered every single step from my trashed desk to the front-door, how I rolled my cigarette and how I almost dropped it because I thought I saw a snowmonster, but it was just my reflection in one of the gallery windows. At the time in question I wasn't really wondering about anything, I just held on to the thought that I would invest in spaceships as soon as I had made my fortune with AdSense, just in case one of Emmerich's visions should become true. And then out of nowhere Jacques appeared in front of me, a huge paper roll between left arm and torso, we shook hands.
He was on his way to the printing shop, the paper roll being the third issue of "Traffic", he seemed happy. I said: "Ah, traffic, saw something 'bout that on facebook, so that's your magazine?" He said "yes", I complimented him on the layout, he highlighted the content. Before we went separate ways, Jacques handed me a copy of the first issue, so I could find out for myself. Since the magazine is subheaded "news to go", it seemed like a good idea to read it in the subway, lucky as I am my train got stuck between Janowitzbridge and Heinrich-Heine-Street for a while, so I had enough time to get a first impression. The editorial stuff of "Traffic" proves to be impressive, there are quite a few figures whose background show the peaks of German Feuilleton. I'm not even sure if there's a proper word for what the Germans call "Feuilleton" in the English language and I think the French would rather address it as "rubrique littéraire", while associating "le feuilleton" with something that's on TV, I wonder what went wrong when the Germans conquered the word, or rather got stuffed with it like an adipohepatic goose, one shouldn't blame them for everything, they have enough shame to carry as it is. However, the names read big shot and the words seem to keep up, I don't speak German too well, but I didn't feel awkward reading it which doesn't happen too often. I was happy to find a section on man perfume, which is really encouraging, up and till now I always felt the need to hide it or to pretend that I bought it as an emergency liquor supply. I also learned how to adjust a bow tie, how embittered Daniel Richter really is and that I rather shouldn't write a novel on Dubai, well, the latter I already knew. However, these are all things that I like to read (for free).
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Sunday, January 17, 2010
Remarks And Remarkable Events
At times you find a dog in your apartment, small and black, another piece of coal on four legs or three if the dog has been unlucky, he yells at you like bad dogs do for you've never met before, one should never circumscribe simple things, still I hate the work "barking" too much. There is always a rational explanation, but who really cares how the dog got in. I said "we" once too often, at the end of each day it is I who falls asleep, even without my awareness. And each morning it is I who opens the gates of the Fun Club Burö and I who writes these things, so Susan and Ronny and Murphy and whoever the fuck is feasting at my table can be proud of what "we" did. Not tonight. On a Sunday like this there ain't no space for generous gestures and this is why I brought before you as a gift the very story of the dog. Is he still in the kitchen eating my bones, yes I do sure think so.
Once again I spent my afternoon at HBC's Sunday Extraordinaire, an emerging tradition, a ritual perhaps and an obsession for those who need to crown the climax. I don't like it, but I am one of those, a drive-by confession, yet not an indictement to go, leave it where it belongs. Sunday Extraordinaire deserves better than the pictures I took, there were more sellers than in the weeks before, ever more colorful and inspiring, yet I was still drawn to the corners in which no breath was to be felt. My everyman's Sunday fever, stick your ostrich beak into the mud, but be greatful for all the pretty faces that smile around like they share a secret that you couldn't handle. Hell no, I'm not depressed, I'm just sensitively responding to the calendar, which for a hard boy like me is a virtue according to my encyclopedia of male role models.
I talked to Dr. Uwe Schneider for a quite a while there, he works as consultant for Fun Club in the field of Bermuda Triangle music, everything strained between hippie, gothic and violent noise. He's also an expert on Austrian literature, well-known for his Derrida inspired interpretation of Thomas Bernhard who by the way really shares my deep love for the theater. We exchanged opinions on money-making, Unica Zürn's drawings as well as on the band of the same name, last but not least, how could it be different, on Fun Club's 19,99 € Award. It struck me as a shock that Dr. Uwe Schneider saw elements of parody in my presentation of the 19,99 € Award. I hereby declare that the award in question is nothing less than a parody. If I hadn't spent most of my fortune on liquor and good causes such as the prevention of earthquakes in already poor countries, I would definitely offer more than 19,99 €, unfortunately 20 is all I have left. If it makes our call for submissions seem less cynical, I can change the name to 20 € Award. I will prove my pure intentions within the next days by presenting an impressive international jury.
Now that Sunday is almost over, things appear in a different light, so I let my mind travel to the Sunday to come. Extraordinaire like all my Sundays in 2010, this goes without saying, still special I'm convinced. According to Fleur Helluin, who hosts the weekly freak flea market, actual robots are to be expected on stage. Oh and I do love robots, but who doesn't. Unfortunately I got distracted by the beautiful dark green dress she wore, so this is all the intelligence I gathered, but I'm sure I will see you next Sunday. If you need more intel on the upcoming robotic outburst, I'll update you on Friday at the Maria where Tilt! Party is going down starring Jennifer Cardini.
Before I rest my weary bones, I would like to ask you for a favor. Please take a minute and send an email to Sunday Extraordinaire's hostess using "Pro Fun Club" as the subject. We briefly discussed the possibility of holding the 19,99 € Award Ceremony at Sunday Extraordinaire and I would like to see her that Fun Club has a strong basis eager to push it to the max.
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